Osnabrück
 

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15.01.12, 16:44 Uhr

Landkreis Osnabrück - Es ist trocken, etwa kühl und nebelig an diesem Sonntag im Osnabrücker Land. Mit meinen Hunden will ich spazieren gehen und steuere ein Waldgebiet nördlich von Vehrte an. Schon auf der Hinfahrt beträgt die Sichtweise stellenweise nur unter 50 m. Kurz hinter Icker taucht eine graue Limousine ohne Licht auf. Keine Reaktion auf meine Lichthupe. Wenig später drängelt ein Fahrzeug mit bayrischen Wurzeln hinter mir. Ich nutze eine Bushaltestelle, um dem Fahrer Gelegenheit zum gefahrlosen Überholen zu geben. Das Auto braust in die graue Suppe weiter. Noch weitere zwei Fahrzeuge begegnen mir ohne Licht, kaum erkennbar. Ein weiteres hat immerhin Standlicht an. Schadlos erreiche ich meine Ziel und absolviere meinen Spaziergang. Nach einer Stunde ist es noch nebeliger geworden. Meine Rückfahrt toppt, was den „Erlebnisfaktor“ anbelangt die Hinfahrt. Auf der Venner Egge erkenne ich auf der Gegenseite schemenhaft zwei Radfahrer. Natürlich ohne Licht. Ein weiteres Fahrzeug mit Standlicht kommt mir wenig später entgegen. Zum Höhepunkt des abenteuerlichen Sonntagsausfluges kommt es dann kurz vor Icker. Ich weiß, aus meiner Erinnerung, dass die Strecke mehrere Kurven aufweist. Sehen kann ich sie nur, wenn ich unmittelbar davor bin. Ich fahre so, dass ich es verantworten kann. Hinter mir drängelt bereits ein SUV. Immerhin mit Licht. Dann, mir stockt der Atem, setzt das Fahrzeug zum Überholen an und verschwindet mit viel zu hoher Geschwindigkeit in der grauen Nebelwand.
Das, liebe Mitbürger, hat nichts mit Mut oder gar Können zu tun. Für solch ein Verhalten gibt es in der deutsche Sprache einen treffenden Ausdruck: Idiotisch. Es gibt, dass lernen wir schon in der Fahrschule, eine natürliche Grenze, wenn man im Nebel unterwegs ist: Der Anhaltweg darf maximal der Sichtweite entsprechen. Das gilt auch auf geraden Straßen. Und umso mehr natürlich auf einer kurvenreichen Strecke. Der Fahrer des SUV hat nicht nur seine Sicherheit, sondern die eines eventuell entgegenkommenden Fahrzeugs gefährdet. Und meine selbstverständlich auch. Hätte ich nicht meine Hunde im Auto gehabt und Musik eines Heimatsenders gehört, wäre ich vielleicht dem Glauben verfallen, ich würde einen amerikanischen Horrorfilm sehen. Es ist aber so passiert. Vor einer Stunde. Im Landkreis Osnabrück. Auf diesen Wahnsinn würde ich gerne verzichten. Nur würde das bedeuten, dass ich und meine Hunde immer nur die selbe Runde laufen. Geschätzt 20 % der Verkehrsteilnehmer, die heute erleben durfte, haben sich unverantwortlich gezeigt. Das sind keine netten Mitbürger, aber die lesen diesen Text vermutlich nicht. Ich wollte in meiner Ohnmacht nur meinem Unmut und meinem Zorn Ausdruck verleihen, wohl wissend, dass ich damit nichts ändern werde.

 
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15.01.12, 18:30 Uhr

Ich kenne diese ohnmächtige Wut. Auch ich habe im letzten Jahr einen Artikel über Fahrradfahrer verfasst die ohne Licht im Dunkeln fahren. Ohne Erfolg. Es hat nichts genutzt. Das gleiche Problem habe ich in diesem Winter wieder.

http://www.os-nachbarn.de/Magazin/Os...ren_-_Ein_Risiko_fuer_Leib_und_Leben


Bearbeitet: 15.01.12, 18:31 Uhr von (Name nicht öffentlich)

 
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15.01.12, 19:10 Uhr

Das sprichwörtliche "Steter Tropfen höhlt den Stein" gilt nur, wenn man es nicht, wie in den geschilderten Fällen mit "weichen Birnen" zu tun hat.

 
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15.01.12, 22:12 Uhr

Manchmal wünschte ich mir, es gäbe eine unsichtbare Hand von oben, die solche unverantwortlichen Verkehrsteilnehmer während des Fahrens einfach "herausnimmt" und ganz, ganz weit weg im Irgendwo wieder fallen läßt. Dort können die dann ihren "Spaß" austoben, sollen aber deutlich zu spüren bekommen, daß sie auf normalen Straßen nichts zu suchen haben.

 
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15.01.12, 22:33 Uhr

Das kommt davon, dass sich viele Autofahrer nicht auf die Wetterverhältnisse einstellen.
Unter dem Motto "Mir passiert schon nichts, ich kenne mich auf meiner Hausstrecke aus", geht solange gut, bis sie selbst einmal davon betroffen werden.
Wenn ich im TV Bilder von Massenkarambolagen auf Autobahnen sehe, denke ich immer, siehste, das kommt von deren Raserei.
Wie heißt das Zauberwort? "Unangepaßte Geschwindigkeit"
Ja, da hat mal mein Fahrlehrer damals was von gefaselt, aber was bedeutet diese Aussage eigentlich?

Genauso könnten die Autohersteller noch mehr Geld sparen, denn wofür braucht ein Auto heute noch Blinker, die ja eh kaum noch jemand benutzt.
Vielleicht sollte man sich dieses wieder einmal bewußt werden und sich von seinem "ICH-Denken" lösen.

 
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16.01.12, 09:07 Uhr

Es ist wirklich unfassbar... ...aber das sind ja diejenigen, die "seit 40 Jahren auto fahren....ich kann fahren..."
Ich habe mal auf dem Parklplatz eines Einkaufszentrum einen Fahrer darauf aufmerksam gemacht, daß er ohne Licht fuhr......Antwort: "Sie haben mich ja auch so gesehen!!!!!!!!!!!"
Mir blieb die Sprache weg - und DAS will was heißen.......


Ich schreibe was ich denke - - auch wenn manche es nicht verstehen können/wollen

 
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20.01.12, 15:43 Uhr

"wieso? ICH sehe doch alles" - das hab ich schon häufiger bei Fahrern ohne Licht gehört.

 
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20.01.12, 20:33 Uhr

Viel fahren nach dem Moto: ich fahre immer so schnell wie mein Schutzengel fliegen kann. Das ist oft zu schnell, denn wehr weis schon wie schnell der Schutzengel fliegen kann.