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Urlaubstage in der Lausitz – Mit dem Kajak den Spreewald erleben
(29.09.2010) Der Spreewald wird wohl zu Recht als das Wasserwanderparadies schlechthin bezeichnet. Die in Europa einmalige Auenlandschaft mit einem weit verzweigten feinstrukturierten Wasserwegenetz von 970 km bietet dem Kanusportler alle Möglichkeiten, Landschaft und Natur zu erforschen und zu genießen. Als besonders attraktiv gilt dabei das Gebiet zwischen Burg und Lübben. Vom Schlosscampingplatz in Lübbenau aus, der direkt an die Spree grenzt und über eigene Bootsanleger verfügt, besteht die Möglichkeit, zahlreiche Rundkurse zu starten. Aber nicht vergessen: Eine Gewässerkarte sollte jeder dabei haben. Sonst kann es schnell passieren, dass sich auch der erfahrene Kanute in dem Gewirr von Fließen und Kanälen verirrt. Hilfreich ist, dass alle Wasserwege einen Namen haben, genau wie das Straßennetz auf dem Festland. Das hilft der Orientierung sehr. Der Autor dieses Berichtes konnte auch klären, wie der Suezkanal nach Lehde kam. Der Suezkanal in Lehde war früher ein Doppelgraben, dass heißt ein etwas breiterer Graben, der jedoch keinen Durchfluss hatte. Später nutzte manihn, um eine Verbindung zwischen dem Dolzke-Fließ und dem Zeitz-Fließ herzustellen. Der Name entstand auf einer Feuerwehrversammlung in Lehde und wurde seit dem beibehalten.
Bei der Tourenplanung ist darauf zu achten, dass das Ziel spätestens eine Stunde nach Sonnenuntergang erreicht wird. Danach ist das paddeln im Spreewald nicht mehr gestattet.
Umgeben von Wäldern führen die Touren ohne störenden Autolärm durch eines der schönsten und zugleich einzigartigsten Naturschutzgebiete Europas. Unterwegs trifft man immer wieder die über die Region hinaus bekannten Kähne. Auf ihnen werden die Touristen von Kahnfährleuten mittels eines Stakens zu den Sehenswürdigkeiten „geschippert“. Kleine Ortschaften, oft auf Inseln und nur auf dem Wasserweg oder zu Fuß und mit dem Rad über Brücken erreichbar, säumen das Ufer. Dabei haben Orte wie Lehde, Leipe, Burg-Kauper usw., die auch als Lagunenstädte im Taschenformat bezeichnet werden, durch ihre ungewöhnliche Lage den historischen Charakter erhalten können und erinnern heute mehr an Museumsdörfer. Dadurch haben sie sich allerdings zu touristischen „Brennpunkten“ entwickelt. Als Ausflugsziele bieten sich dem Wasserwanderer ebenso viele idyllisch am Wasser gelegene Gaststätten an.
Etliche Selbstbedienungsschleusen unterbrechen die Fahrten. Wenn man Glück hat, muss man nicht aussteigen um selbst zu schleusen. Dann unterstützen vor allem junge „Schleuser“ unentgeltlich die Wassersportler beim hoch- bzw. runterschleusen. Eine Spende zur Aufbesserung des Taschengeldes wird aber gerne angenommen.
Selbst an regnerischen Tagen trifft man Kanuten auf den Fließen an, sind sie doch aufgrund der überwiegend waldreichen Umgebung vor zu großen Witterungseinflüssen geschützt.
Einige allgemeine Informationen zum Spreewald:
Der Spreewald (niedersorbisch Błóta, Sumpf) ist ein ausgedehntes Niederungsgebiet und eine historische Kulturlandschaft im Südosten des Bundeslandes Brandenburg. Er wird unterteilt in Oberlausitz (Cottbus bis Lübben) und Niederlausitz (Lübben bis Neuendorfer See). Während in der Oberlausitz hauptsächlich die Sorben ihre Heimat haben, sind die Wenden eher in der Niederlausitz angesiedelt.
Die Begriffe Spree und Wald verstehen sich als urwüchsiges Binnendelta mit einem hunderte Kilometer in sich verzweigten Wasserwegenetz auf engstem Raum. Wo andernorts das Auto zum Einkaufen, für die tägliche Fahrt zur Arbeit oder zum Transport größerer Gegenstände genutzt wird, nimmt man im Spreewaldinneren traditionell den Kahn zur Hilfe.
Das Gebiet zwischen Cottbus im Osten und dem Neuendorfer See im Nordwesten zählt zu den schönsten und zugleich einzigartigsten Naturschutzgebieten Europas. Hier existieren rund 18.000 Tier- und Pflanzenarten. Seit 1991 ist es ein UNESCO Biosphärenreservat.
Ortsnamen, Straßennamen und Namen der Wasserwege sind im Spreewald zweisprachig.
Warum? Der Spreewald und die Lausitz zählen zum Siedlungsgebiet eines kleinen slawischen Volkes - der Sorben / Wenden. Ihre eigene Muttersprache und ihr Brauchtum sind bis heute lebendig geblieben. Als Kulturlandschaft prägten sie es entscheidend.
Bekannt ist der Spreewald auch durch seine Landwirtschaft und Fischerei. Insbesondere ist der Kürbisanbau und die Spreewaldgurke ein Begriff. Bei Touristen beliebt sind die Kahnfahrten.
Infos zum Spreewald sind unter anderem zu finden unter
Land Brandenburg
Spreewald-Urlaub
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