...ein langer Bericht, aber es hat sich gelohnt zu lesen, interessant, man lernt nie aus.

Leben ist das,was passiert,während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)
(05.02.2012) Ein paar Anmerkungen zu Haushaltszucker, Zuckeraustauschstoffen und Süßstoff
Wir kennen weißen Zucker, braunen Zucker, Rohrzucker, Vollrohrzucker, Kandiszucker, Fruchtzucker, Milchzucker, Traubenzucker, Malzzucker, Palmzucker u.v.m.
Unser am häufigsten verwendeter Zucker ist weißer Zucker (Kritallzucker), der meist aus der Zuckerrübe oder auch aus dem Zuckerrohr gewonnen wird.
In sehr vielen Lebensmitteln sind diese Zuckerarten zu finden. Ich setze voraus, dass wir uns alle bewusst für Zucker entscheiden, wenn Bonbons, Pralinen, Zuckerraffinade, Puderzucker, Würfelzucker, Gelierzucker, Schokolade, Kuchen, Limonaden, Nussnougat-Cremes, Marmeladen, Sirup, Honig, Agaven- und Birnendicksaft und ähnliche Süßigkeiten in unserem Einkaufskorb landen.
Obst enthält eine natürliche Süße, vielen anderen Fertigprodukten wird Zucker in irgendeiner Form beigemischt.
Diese Zucker zählen zu den Einfach- und Zweifachzuckern und können relativ schnell vom Körper verwertet werden.
Zucker wird gern als Dickmacher bezeichnet. Doch ganz so einfach ist es nicht. Im Allgemeinen wird man zu dick, wenn man zu viele Kalorien in sich hinein stopft. Der Körper hat ein ausgeklügeltes System, jedwede Form von Energie zu speichern und so über Hungersnöte zu kommen. Damit der Körper den Zucker in Brennstoff umwandeln kann, benötigt er das Hormon Insulin.
Wenn wir also leicht verdauliche Zucker zu uns nehmen, werden diese schnell ins Blut abgegeben. Traubenzucker z.B. geht zum Teil direkt über die Mundschleimhaut ins Blut. Damit der Zucker (Glucose) im Blut nicht zu viel wird, wird Insulin freigesetzt und der Zucker abtransportiert. Je mehr Zucker im Blut ist, desto höher ist die freigesetzte Insulinmenge. Es kann also nach kurzer Zeit zu einem Insulinüberschuss kommen, der Körper bekommt das Signal: bitte gib mir neue Kohlenhydrate (also wieder Zucker) und schon haben wir Heißhunger. Das führt zu einem erneuten Essanfall.
Sobald viel Insulin in unseren Blutbahnen ist, stoppt die Fettverbrennung. Wenn wir also ständig essen und dabei immer wieder Insulin ausgeschüttet werden muss, tappen wir in die sogenannte Insulinfalle. Und schon ist man im Dickmacherkreislauf.
Wie war das mit der Werbung? Halb 10 in Deutschland? Zwischenmahlzeit? Der große Joghurt? Schauen wir doch mal, wie viel Zucker in einigen Lebensmitteln steckt.
Am Besten lässt sich mit Würfelzucker veranschaulichen, was sich wirklich versteckt im Lebensmittel befindet. 1 Stück Würfelzucker enthält zirka 3 g Zucker.
In einem Liter Cola sind 36 Stück Würfelzucker. Berühmt und berüchtigt: 100g Tomatenketchup hat 11 Stück Würfelzucker. Aktivia – Joghurt hat 4 Stück, wenn man also ein Becherchen mit ca. 200 g mal eben leer löffelt, sind 8 Stück Würfelzucker dabei. Naturjoghurt kommt mit 2 Stück aus. Danone-Fruchtzwerge 3 Stück, 200 ml fettarme Milch 3 Stück, 200 ml Apfelsaft 7 Stück. Kakaopulver für die Milch: 200 ml 8 Stück plus die 3 Stück aus 200 ml fettarmer Milch. Viel Spaß beim Weiterrechnen....
In vielen Produkten ist Zucker enthalten und man sollte auf die Zutatenliste schauen.
Definitiv kann man sagen, dass alle Wörter, die mit –ose enden, etwas mit Zucker zu tun haben: Saccharose (Haushaltszucker), Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker), Lactose (Milchzucker) usw. Dann gibt es noch Sirup, Maltodextrin, Invertzucker usw.
Wie also raus aus der Zuckerfalle? Am einfachsten ist es, so wenig wie möglich industriell verarbeitete Lebensmittel zu sich zu nehmen. Frisch und lecker. Dann schadet in Maßen genossener Zucker nicht. Also nicht gleich die ganze Tafel Schokolade essen.
Alternativ werden Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe angeboten.
Zu den Süßstoffen gehören: Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Thaumatin, Cyclohexansulfamidsäure
Lebensmittel, die mit Süßstoffen gesüßt sind, müssen neben den üblichen Angaben auf der Zutatenliste besonders gekennzeichnet werden: Der Produktname ist mit dem Hinweis „mit Süßungsmittel“ zu ergänzen. Man sollte nur ernsthaft darüber nachdenken, ob man sich wirklich mit Chemie sein Essen versauen will. Einige Menschen sind sogar allergisch gegen bestimmte Süßstoffe. Außerdem hat z.B. Aspartam den Ruf, krebserregend zu wirken. In geringen Maßen darf man auch hier zugreifen. Ich z.B. finde Kaugummi ohne Zucker einfach besser. Den gibt es aber auch mit Zuckeraustauschstoffen.
Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören: Sorbit, Mannit, Isomalt, Xylit, Maltit, Laktit
Sehr häufig werden die Süßstoffe mit den so genannten Zuckeraustauschstoffen verwechselt. Zuckeraustauschstoffe sind - anders als die Süßstoffe - Energielieferanten. Zuckeraustauschstoffe sind nur etwa halb so "schwer" wie Zucker (Saccharose), aber sie sind auch nur etwa halb so süß. Mit ihren 2,4 Kalorien pro Gramm verwendet der menschliche Körper die Zuckeraustauschstoffe insulinabhängig. Es wird aber auch Süßstoff und Zuckeraustauschstoff in manchen Produkten gleichzeitig verwendet. In großen Mengen genossen, können manche Zuckeraustauschstoffe abführend wirken.
Neuester Trend ist der Zusatz von Fruchtzucker. Fructose wird gern als „natürliche Süße“ bezeichnet und als „gesund“ vermarktet. Fruchtzucker wird nie vollständig aus der Nahrung aufgenommen und der Blutzuckerspiegel steigt nicht so schnell an wie bei dem Verzehr von normalem Zucker. Aber Fruchtzucker löst kein Sättigungsgefühl aus, kann vom Körper schlechter als Glucose verstoffwechselt werden und wird gern als Fett gespeichert. Und einige Menschen können mit der Verdauung von Fruchtzucker Probleme bekommen, weil sie eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit haben.
Der Fruchtzucker wird industriell oftmals aus Mais gewonnen und ist billig in der Herstellung.
Also lieber Finger weg. Fruchtzucker macht fett und durstig.
Fruchtzucker in seiner natürlichen Form – ich spreche vom Obst – ist eigentlich unbedenklich. Wer isst schon 2 Kilo Äpfel am Tag? Oder saftige Birnen, oder Erdbeeren, oder Kirschen. Da läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen, wenn man sich den frischen Joghurt mit ein paar frischen Obststücken vorstellt… Oder Haferflocken, Dinkelflocken usw. mit frischem Obst und etwas Joghurt oder man püriert das Obst und … ach was, ich erwarte an dieser Stelle Vorschläge!
Vor allem enthält Obst keinen so hohen Anteil an Fruktose wie in industriell hergestellten Lebensmitteln. Hatte ich Eingangs schon erwähnt.
Bleibt noch die Alternative: Stevia
Was mich und wahrscheinlich auch andere Verbraucher ärgert: Produkte, die als „light“ vermarktet werden, sind meist extrem fettreduziert. Und damit der Geschmack wieder stimmt, wird unheimlich viel Zucker oder Fruktose oder Chemie zugesetzt.
Wollen wir natürlich essen, sollten wir – und das sage ich immer wieder gern – auf natürliche Nahrungsmittel zurück greifen und uns selbst ein leckeres Essen zubereiten.
Die ganzen Fertigjoghurts und Quarkmischungen kann man wirklich im Regal stehen lassen. Frischer Joghurt mit klein geschnittenem Obst der Saison, und ja vielleicht auch mit Zucker oder Honig oder Stevia oder Zuckeraustauschstoff. Je nach Gusto. Aber man weiß wirklich, was drin ist. In 100 g Fertig-Müsli können 28 g Zucker stecken.
Milchshakes, Milchmischerzeugnisse mit Kakao oder Erdbeergeschmack und überall Zucker, Zucker, noch mehr Zucker. Zahnpasta und Zucker. Kein Phänomen.
Dosenobst. Was ist eigentlich noch nahrhaftes in Dosenobst? Schlimmer als Essen aus der Mikrowelle.
Und wenn man mal ein wenig über die Stränge schlagen möchte, dann bitte mit vollem Genuss. Denn ohne Genuss schmeckt der beste Kuchen, die beste Sahnetorte, die sahnigste Schokolade und die kühlste Eiskrem fad.
Denn wie heißt es so schön: Allein die Dosis macht das Gift. (Paracelsus)
Eure Manuela VAH

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