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Himmelsscheibe von Nebra an Mitte November 2010 in Kalkriese

Die Scheibe zeigt das Sternbild Plejaden

(07.11.2010)  In Zusammenarbeit mit dem Museumspark Kalkriese und der Stadt Osnabrück wird es zahlreiche Events rund um die Himmelsscheibe von Nebra geben, die ab dem 20. November 2010 im Museumspark in Kalkriese ausgestellt sein wird.

Die Himmelsscheibe von Nebra ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts. Sie stammt aus einem Fund auf einem Berg in der Stadt Nebra (Sachsen-Anhalt) vom 4. Juli 199 und ist die weltweit älteste k o n k r e t e Darstellung von Himmelspähomenen.

Die Scheibe, die aus Bronze besteht, trägt Applikationen aus Gold, die eine reale Sternenkonstellation (genau: die Plejaden im Sternbild Stier) zeigt, wie sie tatsächlich am Westhorizont zu sehen war, und zwar um 1600 vor Christus. Sogar das genaue Datum dieser Sternenkonstellation kann laut Wissenschaft auf den März datiert werden, mit einer Schwankung von 7 Tagen. Demnach sahen die Menschen in Sachsen-Anhalt ungefähr am 10. März 1600 vor Christus genau das, was uns die Scheibe heute noch zeigt.

Nun kommt die Himmelsscheibe von Nebra also in einer Wanderausstellung in den Museumspark nach Kalkriese.

Die Ausstellung ist vom Landesmuseum in Halle konzipiert und zeigt in 16 Stationen die Religiösität, Gebräuche, soziale Ordnung, Handwerkskunst und Handelsbeziehungen vor 3600 Jahren auf, dem Zeitpunkt, an dem die Himmelsscheibe an ihrem Fundort in der Erde vergraben wurde.

Die Ausstellung umfasst Führungen und Vorträge für verschiedene Zielgruppen und unterschiedliche Themenschwerpunkte wie Das Universum In Einer Scheibe (geschichtliche Aspekte) oder Der Himmel In Händen (Entdeckung, Weltsicht unserer Vorfahren, Nutzung der Himmelsscheibe für Schüler) inclusive einem praktischen Teil, in dem Kinder eine Himmelsscheibe basteln können.

Von Dezember 2010 bis März 2011 bietet der Museumspark ein besonderes Familienprogramm, das jeden ersten Sonntag im Monat stattfinden wird. Dieser Familientag setzt sich aus verschiedenen Führungen, Vorträgen und Workshops zusammen, die sich gemeinsam an Kinder und Erwachsene bzw. Eltern richten.

Besonders erwähnenswert finde ich den Bronzeguss-Workshop, in dem die Bronzescheibe nachgebaut werden kann, indem unter Anleitung Bronze über offenem Feuer erhitzt und gemeinsam in Form gegossen wird.

Alle diese Angebote sind kostenpflichtig, allerdings wird auch an diesem Familientag um 16:15 Uhr eine Öffentlichte Führung durch die Ausstellung angeboten.

Das Planetarium im Museum am Schölerberg schließt sich der Wanderausstellung an und zeigt einen naturnahen künstlichen Sternenhimmel, wie wir ihn heutzutage kaum noch vorfinden. Die Bekanntgabe der genauen Termine erfolgt verbindlich erst Mitte November, nachdem die Umbauarbeiten abgeschlossen sind.

Zeitgleich findet im Museum am Schölerberg von November 2010 bis Juni 2011 die Ausstellung STERNENFENSTER - Licht Vom Anfang Dieser Welt statt. Dabei handelt es sich um eine interaktive Astronomieausstellung, konzipiert von der Fachhochschule für Mediengestaltung in Mainz und der Astronomie Stiftung Trebur.
Der Besucher kann interaktiv erleben, welche techischen Schwierigkeiten vor 400 Jahren zu überwinden waren, um mit dem ersten Teleskop überhaupt das Universum beobachten zu können. Als Besonderheit erfährt man, wie der Nachhall des Urknalls im Wohnzimmer empfangen werden kann.

Erwähnt werden sollen hier auch die NVO-Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg bei Melle, die an Samstagen (Voraussetzung ist ein klarer Himmel) ein Blick durch ihr Teleskop anbietet inclusive fachkundiger Erläuterungen durch die Mitglieder der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft.

Ausstellungsdaten: 20. November 2010 bis 10. April 2011
Ort: Museum und Park Kalkriese
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr (Montag geschlossen)
Eintritt: Sonderausstellung Himmelsscheibe: 4,00 € Erw./Ermäßigt 2,50 €.
Varusschlachtgelände: 7,00 € Erw./Ermäßigt 4,00 €
Kombinationsticket beide Events: 9,00 € Erw./Ermäßigt 6,00 €


photo credit: Himmelsscheibe Nebra/Wikipedia/©Rainer Zenz

Kommentare

 
Abgemeldeter Nutzer
10.11.10, 00:59 Uhr

als kleine ergänzung zu dem schönen artikel
> link zur ausstellung mit download des programmflyers
> zum "klassischen" wikipediaeintrag
> und dann wäre da noch ein recht guter artikel des hamburger planetariums
und natürlich noch viele andere.

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