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Zur "Lego"-Ausstellung (4): Bauklötzchen staunen
(19.12.2011) (jel) – Bauklötzchen können zurzeit in der Ausstellung „Alle bauen mit Lego“ im Museum Industriekultur, Fürstenauer Weg 171 (Mi.–So., 10–18 Uhr) gestaunt werden: Neben den bunten Noppensteinen des dänischen Konzerns stehen in der Sonderschau auch die Ursprünge des Bauspielzeugs, historische Vorbilder und parallel entwickelte Serien im Mittelpunkt.
So wird etwa deutlich, dass Lego und alle anderen Bausteine-Systeme auf den deutschen Pädagogen Friedrich Fröbel (1782–1852) zurückgehen. Der Begründer der Spielpädagogik, der auch das Wort „Kindergarten“ für Einrichtungen zur Nachwuchsbetreuung prägte, erfand mit seinen „Spielmitteln“ oder „Spielgaben“ bereits Ende der 1830er Jahre ein pädagogisch durchdachtes System von Holzbauklötzen mit einem Würfel als Grundform. Idee war es, Kinder beim Erlernen von Fertigkeiten und beim Begreifen ihrer Lebenswelt durch Spielen zu unterstützen.
Die ersten Baukastensysteme kamen bereits um 1840 auf den Markt (Foto). Da mit lose aufgeschichteten Holzwürfeln keine aufwendigen Gebäude errichtet werden konnten, folgte als nächstes die Erfindung eines Befestigungssystems: Der Wiener Kaufmann und Bautechniker Johann Korbuly (1860–1919) ließ sich 1901 ein Verfahren mit Verbindungsstäben und durchbohrten Bausteinen patentieren (Matador-Holzbaukästen). Gustav Lilienthal (1849– 1933), der jüngere Brüder des Flugpioniers Otto Lilienthal, ging schließlich noch einen Schritt weiter: Um den Bauwerken der Kinder zu noch mehr Stabilität zu verhelfen, erfanden er und sein Bruders keramische Bausteine, die aus Sand, Kreide und Leinöl gefertigt wurden.
Die beiden Ingenieure verkauften die Idee 1880 an Friedrich Adolf Richter, der sie noch im selben Jahr zum Patent anmeldete und ab 1882 die „Anker Steinbaukästen“ herausbrachte, die bis heute berühmt sind. Einer der frühen Steinbaukästen aus dem Jahr 1884 hatte bereits 881 Steine und wog mehr als 20 Kilo. Um die Jahrhundertwende soll das Unternehmen jährlich bereits 40 000 Steinbaukästen gefertigt haben. Die Bausteine gingen in alle Welt, sie wurden vielfach prämiert. Albert Einstein, Erich Kästner und Walter Gropius sollen nach Anker-Angaben damit gespielt haben. Das Unternehmen im thüringischen Rudolstadt wurde in den 1950er Jahren von der DDR in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt und schließlich 1963 geschlossen. 1995 wurde die Produktion von einer neuen Gesellschaft wieder aufgenommen. Ex-US-Präsident Bill Clinton gratulierte zum Neustart: Die Bausteine seien „just wonderful“, lobte er.
PR-Foto
Museum Industriekultur: http://www.industriekultur-museumos.de/
Lego im Web: http://www.lego.de
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