Osnabrück
 

Lena vs. Kate: Alles nur geklaut?

(14.05.2010)  Ist der Gesang von Lena Meyer-Landrut nun eine Entdeckung oder doch nur eine (gute) Kopie? Die ON-Redakteure Thomas Achenbach und Werner Hülsmann haben Lenas erstes Album und die neue CD der Londoner Songwriterin Kate Nash gegeneinander gehört - und haben dabei Überraschendes herausgehört. Lenas Stimme und ihr Akzent klingen eins zu eins wie Kate Nash. Wem geben Sie den Vorzug? Reden Sie mit!

Debütsilberling von Lena.

Lena: My Cassette Player

Lässig. Kess. Beschwingt. Lena ist der omnipräsente Satellit, der 2010 prägend umkreist und höchstens noch von den Sportfreunden Stiller („54, ‘74, ’90, 2010“) eingefangen werden kann, wenn Jogis Jungs was reißen. Mit ihrer entwaffnenden Art betört Lena alle – sie verkörpert das moderne Mädchen von heute, hat das Zeug zur „Miss Entertainment“ (mindestens im Teenie-TV). Viva, Lena!

Gegen so eine KitKat-Schnitte ist sogar Gülcan ein Pausenfüller. Musikalisch kommt Lena Meyer-Landrut (am 23. 5. wird sie 19) auf ihrem ersten Album etwas zu glatt gebügelt daher. Die Kanten zeichnen sie aus, ihr Cockney-Rebel-English hat was lässig Schräges. Irgendwo irrlichtert dieses wuselige Zweiohrküken zwischen Pop und Funk, Kate Nash und Catharina Valente, Steffi Heinzmann und „Lakritz-Sinatra“. Das Album – produziert von Entdecker Stefan Raab (schrieb auch die meisten Songs) enthält neben brandneuen Songs auch die Rekorde brechenden Hits „Satellite”, „Bee” und „Love Me”. Das sind auch die stärksten Nummern.

Manche Songs wie „You Can‘t Stop Me” (passt eher in die Sesamstraße), „Touch a new day“ oder „I Just Want Your Kiss” sind zu einfallslos gestrickt. Charme haben u. a. „Not Following” und die Pianoballade „Caterpillar In The Rain” (ihre beste Gesangsleistung), sicher auch der ansprechende Titelsong „My Cassette Player”.

Die 13 Titel machen gute Laune. „Unser Star für Oslo” hat Potenzial und wird so schnell nicht verglühen. 6 Punkte für diesen Al-bum-Schnellschuss? Passt. Mein Sohn fordert 7. Okay, geht auch klar. Lena für Deutschland!

Universal, im Handel, Scheibenschütze Werner Hülsmann gab 7 Punkte

Kate Nash: Album Numero drei.

Kate Nash: My Best Friend Is You

Ein Kollege erzählte jüngst, er habe einen Song von Lena Meyer-Landrut im Radio gehört – und von der sei er echt begeistert... Nur als die Abmoderation kam, habe er sich gewundert. Denn der Moderator sprach nicht von Lena, sondern von Kate Nash.
Dass nun also zeitgleich sowohl das Original als auch die Oslo-Superstar-Kopie ihre Alben in den Handel geben, ist Ironie des Schicksals...

Es ist eben dieser Dialekt, dieses breite böse Arbeiter-Cockney, das das Charakteristische von gleich beiden Sängerinnen geworden ist. Aber Kate Nash war nun einmal eher da. Und liefert mit „My Best Friend Is You“ ein überaus originelles, verspieltes Indie-Pop-Album ab.

Spannend, wie sehr eine Frau, die sich mit ihrer Stimme nur in einem Tonbereich aufhalten kann, doch so viel Abwechslung anbieten kann: Mal gibt sie sich ganz minimalistisch auf Gitarrenriffs und Sprachgesang und Schreie reduziert in „I Just Love More“ – als eine heftige Reminiszenz an 80er-Disco-New-Wave.

In „Do-Wah-Doo“ vereinen sich die Piano-Hookline und der charmant-beschwingte Schunkelrefrain zum tanzbaren Stimmungsmacher für den Sommer. Weiter zum Volkfest: „Take Mo The A Higher Plane“ ist eine Gratwanderung zwischen speedigem Pogo-Pop und bierseligem Folk-Gezupfe. „Early Christmas Present“ ist unbeschwerter Girlie-Pop im Stile einer Cindy Lauper.

Nur ganz am Ende, bei „You Were So Far Away“, hätte man sich weniger elektronischen Verzerrungs-Schnickschnack gewünscht.

Polydor Records, im Handel, Scheibenschütze Thomas Achenbach gab 8 Punkte

Ihre Meinung



  • 25,0% Lena Meyer-Landrut: My Cassette Player
  • 75,0% Kate Nash: My Best Friend Is You

Abstimmung läuft bis 21.05.10, 13:16 Uhr

Kommentare

Profil
29.05.10, 19:02 Uhr

Das Erebniss der Umfrage (Ich habs mir erst jetzt angekuckt) finde ich sehr überraschend.

  • 1 Teilnehmer fand diesen Beitrag gut. Bereits bewertet
     
     
    Profil
    08.02.11, 20:23 Uhr

     

    Das Erebniss der Umfrage (Ich habs mir erst jetzt angekuckt) finde ich sehr überraschend.



    Da offensichtlich ganze 4 Personen abgestimmt haben, ist die Abstimmung wohl kaum repräsentativ zu nennen!

    • 2 Teilnehmer fanden diesen Beitrag gut.  Bereits bewertet