Osnabrück
 

ON-Scheibenschießen: Catterfeld vs. Armatrading

(01.03.2010)  Reden Sie mit zur Serie "Scheibenschießen" der Osnabrücker Nachrichten. Diesmal haben die ON-Redakteure Werner Hülsmann und Reinhard Fanslau die neuen Silberlinge von Yvonne Catterfeld und Joan Armatrading angehört. Welchem Album geben Sie den Vorzug?

Yvonne Catterfeld: Blau im Blau

Von Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten
Der schwebende Titelsong führt in die Weite – Astronauten des Fernwehs und Taucher im Meer der Gefühle treiben da in einem magnetischen Feld. „Blau im Blau“ ist ein wunderbares Bild, das fast konzeptionell durch 14 Titel trägt. Manchmal ahnt man mit Rock-’n’-Roll-Brille wohl auch das „Blaulicht“ eines imaginären Notarztes , wenn die Melancholie jegliche Euphorie zu fressen droht. Hilfe! Werden moderne Sissis dieses Album mögen?
Auf jeden Fall– das ist toll – sprengt der fünfte Longplayer der ehemaligen Julia Blum aus „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“ alle Erwartungen. Die Nr. 1-Hits „Für dich“ und „Du hast mein Herz gebrochen“ kamen vor sieben Jahren aus der Bohlen-Küche, Teenies waren entzückt. Telenovelas und Leben vermengten sich – Yvonne war eine „Braut wider Willen“. Jetzt die Neuerfindung, der neue Look! Achille Fonkam hat produziert und die meisten Songs geschrieben, Beatrice Reszat hat einen Großteil der Texte beigesteuert, die 30-jährige Yvonne visionär mittendrin. Drei Songtexte kamen vom Lebensgefährten Oliver Wnuk (der tut ihr gut, Xavier Naidoo („Immer noch“) hat ebenfalls einen Song beigesteuert. Die Mischung aus coolen, oft chansonhaften, manchmal groovigen Songs mit etwas zu poetisch-weisen Texten wird sicher vielen gefallen. Allzu keck wirkt der hüftwackelnde Männerversteher-Song „Traumman“, das kann Annett Louisan besser. Alles ist klar produziert, hat Gesicht. Aus Yvonne ist die Catterfeld geworden. Man darf dieses Album sicher lieben. Es ist ein erwachsenes Album, fast schon überreif. .. Und auch ein bisschen langweilig.
ON-Bewertung: 5 von 10 Punkten - (Sony Music, VÖ am 5. 3.)

Joan Armatrading: This Charming Life

Von Reinhard Fanslau, Osnabrücker NachrichtenWer in den 80er Jahren auf einer Studentenfete abhing oder in einer Studenten-WG seinen Tee schlürfte, bekam garantiert entweder Joan Armatrading oder Tracy Chapman musikalisch um die Ohren gehauen. Joan, die Britin, am Anfang der Dekade, Tracy, die US-Amerikanerin, gegen Ende. Beide feierten in Deutschland Riesenerfolge, beide tauchten lange unter. Joan Armatrading ist seit mehr als zwei Jahren wieder da – und wie.
Mit ihrem Grammy nominierten Blues-Album „Into the Blues“ verblüffte sie 2007 Fans und Fachwelt mit einer Musikrichtung und einem furiosen E-Gitarren-Spiel. Mit ihrer neuen CD „This Charming Life“ setzt sie nun erneut ein Zeichen. Auf „This Charming Life“ dominieren wieder rockige und poppige Songs. In etwa wie zur Zeit ihrer erfolgreichsten Scheibe überhaupt, „Me, Myself, I“ von 1980, mit der und dem legendären Auftritt im „Rockpalast“ sie damals den Durchbruch in ganz Europa schaffte. Gleich mit dem Titelsong zeigt sie, wo es lang geht.
Verhalten fängt sie an, dann rockt sie los, und am Ende kommt sie wieder runter, und über allem liegt eine Melodie, die Ohrwurmcharakter hat. So und ähnlich sind die anderen 10 Songs auf der CD, wenn auch gerade nicht alle gleich klingend, sondern jeder für sich anders. Und wieder hat die Multi-Instrumentalistin bis auf die Drums alle Instrumente selber gespielt. „In schwierigen Zeiten möchte ich mit dieser CD ein positives Zeichen setzen“, sagte die 59-Jährige vor kurzem im ON-Interview. Das ist ihr nicht nur mit dem lebensbejahenden Titel, sondern auch musikalisch zu 100 Prozent gelungen.
ON-Bewertung: 9 von 10 Punkten - (Soulfood Music , VÖ am 5. 3.)

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Abstimmung läuft bis 08.03.10, 10:52 Uhr

Kommentare

 
Abgemeldeter Nutzer
02.03.10, 18:05 Uhr

Yvonne- Wer???
Nie gehört!




  • Bisher nicht bewertet. Bereits bewertet
     
     
    Profil
    26.04.11, 14:53 Uhr

    dieses Thema ist mir zu speziell. Ich höre Musik, entweder es gefällt mir oder nicht.....doch darüber auch noch eine Pro und Contra Diskussion zu führen, zumal es wohl wenig Sängerinnen gibt, die sowohl vom musikalischen Genre als auch vom Alter her unterschiedlicher kaum sein können und somit unterschiedliche Generationen und Musikliebhaber ansprechen werden..........tut mir leid, ohne jemanden ärgern zu wollen oder zu kritisieren, ich bin die absolute Nicht-Expertin, doch ich suche hier vergeblich nach der gemeinsamen Schnittmenge der Künstlerinnen und nach den interessierten.Lesern....mag ja sein, dass ich da falsch liege..............


    Der Kommentar wurde 1 mal überarbeitet. Zuletzt 26.04.11, 14:54 Uhr.


    Heidi

    • 2 Teilnehmer fanden diesen Beitrag gut.  Bereits bewertet