Hallo Nachbarn!
Als Kind lernte ich das Pottgrabenbad kennen; das Niedersachsenbad gab es noch nicht. Als Jugendlicher war ich öfters mit meinen Freunden da. Gereizt hat uns immer der Fünf-Meter-Turm, der bei großer Nachfrage für kurze Zeit zum Springen freigegeben wurde. Das Schwimmbecken war nicht sehr breit, und vom Turm aus gesehen, wurde es noch kleiner und man hatte immer Angst, daneben zu springen und auf dem Beckenrand zu landen, was natürlich nur Einbildung war.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Kreisgruppe Osnabrück hatte dort ihr Domizil. Ich war 1967 und 1968 Mitglied und habe meinen DLRG Grundschein und den DLRG Leistungsschein in dieser Zeit im Pottgrabenbad gemacht.
Unsere Parole lautete: Jederzeit einsatzfähig – jederzeit einsatzbereit kostbares Menschenleben vor dem Ertrinkungstod zu bewahren.
Als Eintrittskarte für das Bad gab es eine Zehnerkarte, die 5 DM kostete und bei jedem Besuch abgelocht wurde. Sie enthielt folgende Anweisung:
Die Badeordnung der Verwaltung ist genau zu beachten!
1. Pünktlich erscheinen, schnell umkleiden, unter den brausen den Körper gründlich mit Seife reinigen.
2. Halle, Umkleidezellen, Schränke, Brausen und Übungsbecken nur in der vorgeschriebenen Zeit benutzen und auf Anordnung sofort verlassen!
3. Die Anordnungen der Riegenführer und Ordner befolgen! Das erleichtert ihnen die Arbeit, die sie ehrenamtlich zum Besten des DLRG leisten.
4. Nach dem Ankleiden die Halle sofort verlassen!
5. Keine Wertsachen mitbringen!
6. Rechtzeitig an den Riegenführer wenden, wenn Ohren, Herz, oder andere Organe nicht in Ordnung sind.
Gruß S.R.
Medienhaus > Tageszeitung
Das unbekannte Foto: Schwimmen statt tanzen im Stadtbad
(08.04.2011) Unser aktuelles unbekanntes Foto gewährt Einblicke in ein Bauwerk, das sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat: In der früheren städtischen Badeanstalt am Pottgraben kann man längst nicht mehr schwimmen; heute wird hier im Alando Palais kräftig getanzt.
Erinnern Sie sich an die Zeit vor 1998, als im Pottgrabenbad noch geschwommen statt getanzt wurde? Wie sah es in den Umkleidekabinen aus, wie hoch war der Eintritt, haben Sie besondere Feste oder Wettbewerbe im Schwimmbad erlebt?
Berichten Sie hier auf OS-Nachbarn vom Stadtbad im Wandel der Zeit!
Sie wollen mehr über die unbekannten Fotos wissen? Dann treten Sie der OS-Nachbarn-Gruppe "Das unbekannte Foto" bei und bleiben immer auf dem Laufenden! In der Gruppe können Sie auch Ihre eigenen unbekannten Fotos hochladen oder allgemein über die alten Aufnahmen diskutieren.
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Kommentare
Hallo OS-Nachbarn,
die Betrachtung des Bildes von unserem alten "Pottgrabenbad" weckt bei mir "unliebsame" Erinnerungen an den Schwimmunterricht unserer Schule (Backhaus-Mittelschule) in den Jahren 1958/59 ;o(
Wir mußten Samstag morgens um 8:00h, von der Schule aus "zu Fuß" zum Pottgrabenbad pilgern. Es herrschten strenge Regeln bzgl. gesetztem Zeitfenster für das Umkleiden und Duschen. Wenn mal jemand von uns dieses Zeitfenster überschritten hatte, gab's gleich eine Sonderbehandlung durch unsere Lehrer, wie z.B. 4 Bahnen extra schwimmen oder gesondert Tauchübungen machen. Besonders gut kann ich mich an die speziellen Methoden eines bestimmten Lehrers erinnern, wie Er bestimmte Mitschüler dazu "überredet" hat, vom 3-mtr.-Brett zu springen. Wenn das Verhalten der "Kandidaten" zu zögerlich schien, gab es von Ihm den berühmten Schlag mit der langen Bambusstange, die eigentlich als Schwimmhilfe dienen sollte, auf das Gesäß - und schon sprang der Kandidat mit dem Mut der Verzweiflung ins Wasser!
Nichtsdestotrotz haben wir im Pottgrabenbad perfekt Schwimmen und Tauchen gelernt und, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, die Strenge der Lehrer hat uns zu guten Schwimmern gemacht ;o))
Grüsschen an alle alten "Backhäuser"
H.T.
Hallo .
Ich kann mich noch gut dran erinnern, als Ratsschüler fand dort das Schwimmen statt . Das waren Erinnerungen. Aber umso packender ist es doch zu sehen was man aus so alt ehrwürdigen Mauern machen kann .
Schwimmunterricht im Pottgrabenbad...das weiß ich auch noch.
Manchmal bekamen wir "Freifahrscheine" für den Bus 
In den meisten Fällen waren aber "Schusters Rappen" von der Domschule (die ich bis Mitte 1965 besuchte) und später von der Heiligenwegschule
angesagt und - mal ehrlich - wer geht heute noch zu Fuß diese Strecke????
Stimmt - Zeitvorgaben gab es auch. Überpünktliches Erscheinen war Gesetz - kam doch sonst der gesamte "Tagesschulplan" durcheinander - und daher waren "Laufschuhe" angebracht und ratsam
Aber es war ne schöne Zeit 
Ich schreibe was ich denke -
- auch wenn manche es nicht verstehen können/wollen 
Als junger Kunstspringer in der VFL Schwimmabteilung habe ich Mitte bis Ende der fünfziger Jahre einen Großteil meiner Freizeit im Pottgrabenbad verbracht. Die Schwimmvereine VFL, VSK und Neptun hatten abend`s Schwimmstunden für Vereinsmitglieder. Während dem Schwimmtraining haben wir Springer unsere Schrauben und Saltos gedreht. Es war recht gefährlich auf dem 3 Meter Brett. Seitliche Abstützungen waren nicht vorhanden und man hätte leicht auf die Fliesen fallen können. Die Abstimmung mit den Schwimmern klappte eigentlich ganz gut. In den freien Sekunden sprangen wir zwischen die Bahnen. Als aber einmal die Abstimmung nicht stimmte, sprang ich vom 3 Meter Brett einem bekannten Osnabrücker Schwimmer in den Nacken. Bei meinem Leichtgewicht ist aber Gott seid dank nicht viel passiert. Nach dem Training hatten wir Jugendliche zeitweise die Halle für uns. In den Gymnastikflächen im hinteren Schwimmbadbereich spielten wir mit Seifendosen Fußball. In der ersten Etage waren weitere Umkleiden. Von dieser Balustrade sprangen wir ins Wasser, mit einer „Ente“ sogar in den Nichtschwimmer.
Leider ist aus dem damaligen Leichtgewicht nach 50 Jahren ein Schwergewicht geworden.
Osnabrück, 11.4.2011
Klaus Stromberg
Nachtragen möchte ich noch:
Im erweiterten heutigen Eingangsbereich des Alando - auf dem Bild ganz rechts - befanden sich Anfang der 50-er drei Duschen in einem großen Raum. Da in der Nachkriegszeit noch Wohnraum knapp war und viele Wohnungen keine Duschen geschweige denn Badewannen besaßen, kamen viele Osnabrücker am Freitag oder Samstag für ein paar Groschen zum Duschen. Man saß auf Bänken, wartete diszipliniert und rückte immer einen Platz vor, bis man dran war. Jeder hatte etwa 10 - 15 Min. Zeit, und wenn jemand die Zeit nicht einhielt, wurde an die Tür geklopft. -- Man sollte sich diese Zeit immer mal wieder vor Augen führen. Das erdet.
Aber dafür haben uns die "Neptun-Nixen" später mit ihrem Wasserballett erfreut.
ja genau - an die Zeit kann ich mich noch gut erinnern - und wehe...man kam nicht nach dem ersten Klopfen innerhalb der vorgegebenen Zeit raus
.
Wir hatten auch kein Bad und ich kannte jahrelang nur "kleine Zinkwanne auf 2 Stühlen" - und dann ging das los
. Im Wechsel und schön der Reihe nach 5 Kinder...und das Wassser wurde auf dem Ofen - der gleichzeitig als Heizung diente - erwärmt...... 
Ich schreibe was ich denke -
- auch wenn manche es nicht verstehen können/wollen 
Nachtragen möchte ich noch:
Im erweiterten heutigen Eingangsbereich des Alando - auf dem Bild ganz rechts - befanden sich Anfang der 50-er drei Duschen in einem großen Raum. Da in der Nachkriegszeit noch Wohnraum knapp war und viele Wohnungen keine Duschen geschweige denn Badewannen besaßen, kamen viele Osnabrücker am Freitag oder Samstag für ein paar Groschen zum Duschen. Man saß auf Bänken, wartete diszipliniert und rückte immer einen Platz vor, bis man dran war. Jeder hatte etwa 10 - 15 Min. Zeit, und wenn jemand die Zeit nicht einhielt, wurde an die Tür geklopft. -- Man sollte sich diese Zeit immer mal wieder vor Augen führen. Das erdet.
Aber dafür haben uns die "Neptun-Nixen" später mit ihrem Wasserballett erfreut.
Die Kunstschwimmerinnen vom VFL waren damals einmal Deutscher Meister. Die Neptun Nixen eigentlich auch?
K.S.
Stimmt - die Kunstschwimmerinnen vom VFL waren einmal Deutscher Meister. Ob die Neptun-Nixen auch so erfolgreich waren, weiß ich nicht, habe aber einer ehemaligen "Neptun-Nixe" schon eine Anfrage geschickt.
K.M.
Hallo Herr Stromberg,
um auf Ihre Frage zurückzukommen:
Ich habe jetzt die Antwort. Die Neptun-Nixen waren die "ewigen Zweiten" gegen die Isarnixen aus München. Sie sind damals neben dem sportlichen Aspekt viel als "Showtruppe" aufgetreten, z.B. bei internationalen Schwimmwettkämpfen und zu Bädereinweihungen im In- und Ausland.
Ein sonniges Osterfest wünscht Ihnen
Karen M.
Der Kommentar wurde 1 mal überarbeitet. Zuletzt 22.04.11, 12:31 Uhr.










