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Fairtrade – Kaufen ohne schlechtes Gewissen

Marcel Trocoli Castro im Gespräch mit Reinhard Stolle von Aktionszentrum 3. Welt Osnabrück

(26.09.2011)  Im Grunde müssten wir alle - lieber Zuschauerinnen und Zuschauer - beim regelmäßigen Einkauf im Supermarkt ein schlechtes Gewissen bekommen.
Jeden Tag gehen Produkte über die Ladentheke, dessen Erzeuger – die Kleinbauern in der 3. Welt - ausgebeutet werden. Der konventionelle Weltmarkt, multinationale Konzerne und Dumpingpreise machen es möglich! Doch es gibt eine Alternative: Zu den größten Wachstumsmärkten gehört mittlerweile der Faire Handel mit Fairtrade Produkten.


Sehen Sie unseren os1.tv-Studiotalk „Osnabrücker Land und Leute“ zum Thema „Fairtrade – Kaufen ohne schlechtes Gewissen“


Kommentare

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26.09.11, 20:44 Uhr

Fairtrade!
Eine gute Sache!
Ganz sicher!
Aber: hier wird wieder dem OTTO-NORMALVERBRAUCHER ein Schuldkomplex eingeredet. Denn wie bei vielen anderen Dingen hat die Medaille zwei Seiten. Wie die meissten anderen Menschen kann ich nur aus meinem Portemonaie leben. Ich z.B. muss auf jeden Cent achten. Also kaufe ich bei Aldi oder Lidl! Da überlege ich gar nicht gross ob es dem Bauern in Peru oder anderswo schlecht geht. Dem kann ich auch gar nicht ENTSCHEIDEND helfen. Ändern kann das nur die Politik. Und die hält es bekannter Massen mit der Wirtschaft. DA muss sich etwas ändern. Solange die EU den Export ihrer Waren subventioniert und so die Märkte z.B. in Afrika kaputtmacht ändert sich für die dort heimischen Bauern gar nichts. Zum Beispiel wurde mit EU-Mitteln am Tanganjikasee eine Fischfangflotte und eine Fisch verarbeitende Fabrik gebaut. Dieser Industriekomplex ruiniert die heimischen kleinen Fischer weil für sie nichts übrig bleibt. Diese dürfen nicht einmal mehr dort fischen!! Somit sind die Produkte z,B. aus Südamerika oder Afrika auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig. Selbst ein Staat wie Brasilien, der Alles hat was auf dem Weltmarkt gebraucht wird, ist hoch verschuldet und deshalb vom Grosskapital abhängig.
Für den kleinen Kakao- oder Kaffeebauern bleibt da nichts übrig. Brasilien müsste sagen:
es gibt keine riesigen Plantagen mehr! Unsere Kleinbauern können die gleiche, benötigte, Menge liefern kann wie eine grosse Plantage! Dann braucht es auch kein Fairtrade mehr.
Ob ich mir dann aber auch noch Kaffee leisten kann?

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    23.12.11, 11:41 Uhr

     

    hier wird wieder dem OTTO-NORMALVERBRAUCHER ein Schuldkomplex eingeredet.



    Ich verstehe sehr gut, dass jeder nur mit dem Innenleben seines eigenen Geldbeutels kaufen kann. Aaaaaber, seien wir doch mal ehrlich: Muss es denn der Lachs beim Aldi sein, oder die Tiefkühlpizza, oder das Schnitzel oder die Hähnchenschenkel? Und jeden Tag Fleisch auf dem Tisch? An den unterschiedlichen Bratwurstbuden genehmigen wir uns Bratwurst mit Pommes rot/weiß, Existenzsorgen bei McDonald Lokal sind mir neu, Dönerbuden werden fleißig frequentiert. Das zahlen wir ja auch alles aus unserem eigenen Geldbeutel. Wieviele Menschen rauchen immer noch, alles aus dem eigenen Geldbeutel bezahlt. Wenn wir diese Ansprüche runterschrauben und sagen: Ich esse bewusster und dafür reduziere ich meine Ansprüche bei der Auswahl und verzichte auf die eine oder andere Fastfoodnahrung, dann kann ich mir dafür auch hochwertigere Lebensmittel kaufen, schraube hier meine Ansprüche also viel höher. Denken und handeln 40% der Konsumenten so, wird die Wirtschaft sich schnell darauf einstellen, denn: Angebot regelt die Nachfrage.Also sind wir armen kleinen Konsumenten absolut nicht machtlos, im Gegenteil, wir sind die Mächtigen!
    Durch Engstirnigkeit der "armen Verbraucher" und das "billig, billig, aber viel" - Kaufverhalten, ist es kein Wunder, dass es Gammelfleischskandale usw. gibt. Wer steuert dies denn? Ich bin den Verlockungen doch nicht willenlos unterworfen, oder? Will ich Hähnchen essen, aber bitte nicht mehr als 2 Euro ausgeben, kann ich mir doch vorstellen, dass diesem Lebewesen keinen Wert beigemessen wurde. Für 2 Euro geboren, aufgewachsen, dazu brauchte es einen Stall, Menschen die es füttern und schlachten, dann verpacken, verkaufen, einkaufen und braten, weiter verpacken und an z.B. ALDI oder LIDL liefern, dann wird es in der Tiefkühltruhe mit Strom gekühlt, bis ich es kaufe. Für 2€ ??? Da wundere ich mich nicht, wenn ich da Gammelfleisch bekomme, ich wundere mich, dass ich für den Preis überhaupt etwas bekomme.
    Wenn ich allein mein Kaufverhalten ansehe und mal ehrlich bin, hat es sich in den vergangenen 15 Jahren doch komplett geändert, was nicht allein meinem Verdienst zuzuschreiben ist. Ich bin es gewohnt, alles an Lebensmitteln jederzeit zur Verfügung zu haben, bin ganz schön verwöhnt. Regionale Küche? Ich denke, wir tun uns zu leicht damit, immer nur den bösen Politikern oder der EU den schwarzen Peter zuzuschieben. Auch mit wenig Geld habe ich selbst die Entscheidungsfreiheit: Hochwertige Nahrung oder unbegrenzte Auswahl? Die Entscheidung betrifft die Kleinbauern und den Endverbraucher selbst.


    Heidi

    • 1 Teilnehmer fand diesen Beitrag gut. Bereits bewertet